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Objektiv (Fotografie)

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Wechselobjektive von Canon und Nikon
Sigma-Objektive für verschiedene Kamerasysteme

Ein Objektiv ist ein optisches Gerät, das ein Bild auf dem Sensor, Film oder einer anderen lichtempfindlichen Fläche erzeugt. In der Fotografie sammelt das Objektiv Licht, fokussiert es auf die Kamera und beeinflusst Bildwinkel, Perspektive, Schärfe, Lichtstärke, Tiefenschärfe und Hintergrundunschärfe.

Aufbau und Aufgabe

Ein Fotoobjektiv enthält optische Elemente, eine Blende, einen Fokussiermechanismus, ein Bajonett, elektronische Kontakte und je nach Modell Bildstabilisierung und Autofokusmotor. Das Objektiv bestimmt nicht nur die technische Qualität, sondern auch die Bildwirkung.

Feste und wechselbare Objektive

Fest eingebaute Objektive sind Teil von Smartphones, Kompaktkameras oder Videokameras. Wechselobjektive werden über ein Bajonett angesetzt und bei Spiegelreflex- oder spiegellosen Systemkameras genutzt.

Wichtige Eigenschaften

Brennweite und Bildwinkel

Die Brennweite wird in Millimetern angegeben. Kurze Brennweiten liefern einen weiten Bildwinkel, lange Brennweiten vergrößern entfernte Motive. Die Sensorgröße beeinflusst den tatsächlichen Bildausschnitt.

Typ Brennweite am Vollformat Verwendung
Fischauge 8-15 mm kreative Verzeichnung, Innenräume
Ultraweitwinkel 14-24 mm Landschaft, Architektur
Weitwinkel 24-35 mm Reise, Straße, Reportage
Normalobjektiv 35-70 mm Alltag, Porträt, Reportage
Teleobjektiv 70-300 mm Porträt, Sport, Tiere
Supertele ab 300 mm Wildtiere, Luftfahrt, Sport

Der Bildwinkel gibt an, welcher Teil der Szene im Bild erscheint. Nikon gibt für ein 14-mm-Objektiv am FX-Format einen Bildwinkel von 114° an.[1]

Blende und Lichtstärke

Die Blende ist eine verstellbare Öffnung im Objektiv. Kleine Blendenzahlen wie f/1.8 bedeuten eine große Öffnung und mehr Licht.[2] Lichtstarke Objektive sind nützlich bei wenig Licht und für geringe Tiefenschärfe.

Fokussierung und Stabilisierung

Die Fokussierung kann manuell oder automatisch erfolgen. Die Naheinstellgrenze bestimmt, wie nah ein Motiv sein darf. Einige Objektive besitzen Bildstabilisierung, etwa IS, VR, OSS oder OIS. Nikon beschreibt VR als Technik gegen Verwacklungsunschärfe.[3]

Bajonett

Das Bajonett verbindet Objektiv und Kamera mechanisch und elektronisch.[4] Systeme wie Canon EF/RF, Nikon F/Z, Sony E oder Fujifilm X sind nicht ohne Weiteres kompatibel. Canon EF-Objektive können mit Adapter an EOS-R-Kameras genutzt werden.[5]

Objektivtypen

Fischaugen erzeugen extreme Bildwinkel und starke Verzeichnung. Weitwinkelobjektive eignen sich für Landschaft und Architektur. Normalobjektive wirken natürlich. Makroobjektive dienen Nahaufnahmen. Teleobjektive fotografieren entfernte Motive und erzeugen starke Hintergrundunschärfe. Universalzooms decken viele Brennweiten ab und sind besonders auf Reisen praktisch.

Festbrennweiten besitzen nur eine Brennweite und sind oft lichtstark. Zoomobjektive verändern die Brennweite und sind flexibler.

Bildqualität

Wichtige Qualitätsmerkmale sind Schärfe, Kontrast, chromatische Aberration, Verzeichnung, Vignettierung, Streulichtverhalten und Bokeh.

Auswahl

Bei der Auswahl zählen Bajonett, Sensorgröße, Brennweite, Lichtstärke, Stabilisierung, Gewicht, Autofokus und Preis.

Aufgabe Geeignete Objektive
Landschaft und Architektur Weitwinkel und Ultraweitwinkel
Porträt 50 mm, 85 mm, 70-200 mm
Reisen Universalzooms 24-105 mm, 24-200 mm, 18-135 mm
Makro Makroobjektive ab etwa 60-105 mm
Sport und Tiere Teleobjektive 70-200 mm, 100-400 mm, 150-600 mm

Siehe auch

Quellen