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Reise durch Kuba

Aus WikiJournal
Version vom 22. Mai 2026, 12:46 Uhr von Philip (Diskussion | Beiträge) (Übersetzung des Artikels aus dem Russischen)
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Ende 2024 hatten meine Frau und ich die Gelegenheit, dieses ferne und kontrastreiche Land zu besuchen, das oft als Insel der Freiheit bezeichnet wird. Kuba ist inzwischen ein beliebtes Reiseziel für russische Touristen geworden: Von Moskau gibt es reguläre und Charter-Direktflüge in mehrere Städte, darunter Cayo Coco, Varadero und Havanna. Wir beschlossen, unsere Reise in Cayo Coco zu beginnen, wo wir die ersten drei Tage verbrachten, um uns nach dem langen vierzehnstündigen Flug zu erholen, uns zu akklimatisieren und uns an den deutlichen Zeitunterschied zu gewöhnen.

Nach dem Aufenthalt in Cayo Coco setzten wir unsere Route über Trinidad, Cienfuegos, Viñales und Havanna fort und beendeten die Reise im Feriengebiet Varadero. Eine solche Rundreise durch Kuba wurde vor allem dadurch möglich, dass meine Frau fließend Spanisch spricht. Ohne ihre Sprachkenntnisse wären die Organisation der Route und die Kommunikation mit Einheimischen deutlich schwieriger gewesen.

In diesem Artikel beschreibe ich diese Orte: was sehenswert ist, wo man essen kann und was man unternehmen sollte. Wenn Sie Fragen oder Kommentare haben, können Sie sich auf der Website registrieren und eine Nachricht auf der Diskussionsseite hinterlassen.

Cayo Coco

Hauptartikel: Cayo Coco

Cayo Coco ist eine malerische Insel im Archipel Jardines del Rey im Nordosten Kubas. Sie ist bekannt für weiße Sandstrände, türkisfarbenes Wasser und schöne Natur. Die Insel ist über einen 27 Kilometer langen Damm mit dem Festland verbunden und kann daher sowohl auf dem Landweg als auch über den internationalen Flughafen erreicht werden.

Cayo Coco verfügt über eine recht gut entwickelte touristische Infrastruktur mit vielen All-inclusive-Hotels und eignet sich deshalb gut für einen Badeurlaub. Naturfreunde können außerdem die lokale Tierwelt beobachten: Auf der Insel leben viele Vögel, darunter rosa Flamingos, sowie wilde Leguane.

Gleichzeitig sollte man von den Hotels nicht zu viel erwarten, denn Kuba ist ein Land mit begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten. Auch in All-inclusive-Anlagen kann es kleinere Unannehmlichkeiten geben: Mangel an einfachen Dingen wie Toilettenpapier, begrenzte Auswahl beim Essen, durchschnittliche Qualität der Speisen und manchmal große lokale Insekten in den Zimmern. All das wird jedoch durch den Ozean, die Strände und den sauberen weißen Sand mehr als ausgeglichen.

Cayo Coco ist eindeutig ein Ort, an den ich gern zurückkehren würde. Dieser Teil Kubas ist wegen seiner Natur, Weite und wilden Strände besonders reizvoll. Es gibt hier keine dichte Hotelbebauung, sodass lange Spaziergänge entlang der Küste möglich sind. Man kann Pelikane und sogar rosa Flamingos sehen. Die Fotos sprechen wahrscheinlich für sich.

Trinidad

Hauptartikel: Trinidad

Trinidad ist eine Kolonialstadt, die im frühen 16. Jahrhundert gegründet wurde. Sie ist bekannt für ihre einzigartige Architektur, gepflasterten Straßen und die Atmosphäre vergangener Zeiten. Die Stadt gehört wegen ihrer gut erhaltenen Barockgebäude und reizvollen zentralen Plätze zum UNESCO-Welterbe. Trinidad ist außerdem für seine Kultur, Handwerksmärkte und die Nähe zu schönen Stränden und Naturattraktionen wie dem Tal der Zuckermühlen und den Wasserfällen im Nationalpark Topes de Collantes bekannt.

Die Fahrt in die Stadt dauerte mehr als vier Stunden. Wir hatten im Voraus das koloniale Gästehaus Casa Colonial 1830 gebucht, das nur fünf Minuten vom zentralen Platz entfernt liegt, und blieben dort zwei Nächte. Das Haus hatte eine wunderbare Terrasse mit einem schönen Blick über die Stadt; sogar das Karibische Meer war von dort aus zu sehen. Die Gastgeber waren besonders freundlich zu uns: Yosvaldo, seine Frau, seine Mutter und ihr katalanischer Partner, der uns später die lange Geschichte des Hauses erzählte, das viele Jahrzehnte alt ist.

Nach der Ankunft und einer kurzen Pause gingen wir durch das abendliche Trinidad spazieren. Es war bereits dunkel, und genau in diesem Moment begegneten wir zum ersten Mal einer Realität des Lebens auf Kuba: regelmäßigen Stromausfällen. Unser erster Spaziergang durch die Stadt fand daher im Licht der Taschenlampen unserer Telefone statt.

Zum Abendessen wollten wir in das Doña Clara gehen, doch wegen des Stromausfalls war es leider geschlossen. Wir beschlossen, am nächsten Tag zum Mittagessen dorthin zurückzukehren. Trotz fehlender Elektrizität arbeiteten einige Geschäfte und Cafés dank Generatoren weiter. Wir prüften alle verfügbaren Möglichkeiten und blieben schließlich in einem dieser Lokale. Köstliche Hummer für nur acht Dollar begeisterten uns völlig.

Für den folgenden Tag planten wir einen ausführlichen Stadtrundgang mit einem lokalen Führer. Er zeigte uns die Stadt und erzählte von ihrer Geschichte, ihren Aufstiegen und Niedergängen sowie von den Schwierigkeiten, mit denen die Menschen unter den aktuellen Bedingungen leben.

Trinidad hinterließ sehr positive Eindrücke und den Wunsch, bei Gelegenheit noch einmal zurückzukehren. Vieles haben wir dort nicht gesehen, unter anderem die karibische Küste und die lokalen Strände.

Ausflug zum Wasserfall Vegas Grande

Hauptartikel: Wasserfall Vegas Grande

Am nächsten Tag organisierten wir einen Ausflug zu einem der schönsten Wasserfälle in der Umgebung von Trinidad, dem Vegas Grande. Dieser etwa 30 Meter hohe Wasserfall liegt im Nationalpark Topes de Collantes und gilt als einer der von der Stadt aus am besten erreichbaren Wasserfälle.

Wir fanden ein altes Taxi, einen sowjetischen Moskwitsch, der sich zwar etwas anstrengte, uns aber zuverlässig in Richtung Wasserfall brachte. Unterwegs machten wir Halt an einem Aussichtspunkt mit einem großartigen Panoramablick auf die grünen Hügel und Täler der Region.

Die Fahrt bis zum Beginn des Wanderwegs dauerte etwa 40 Minuten. Danach erwartete uns ein Abstieg über einen etwa zwei Kilometer langen Pfad. Der Weg führt den Hang hinunter und kann zu dieser Jahreszeit recht rutschig und feucht sein, daher sollte man vorsichtig gehen und auf jeden Schritt achten.

Die Belohnung am Ende des Abstiegs ist der Wasserfall Vegas Grande selbst, der in eine kleine smaragdgrüne Lagune fällt. Das Wasser ist kühl und erfrischend, und die Möglichkeit, direkt unter dem Wasserfall zu baden, macht diesen Moment nach dem Abstieg besonders angenehm. Danach bleibt nur noch, Kraft für den Rückweg zu sammeln: Der Aufstieg ist etwas anstrengender, aber die Eindrücke sind es wert.

Wenn man am Morgen zum Wasserfall kommt, besteht eine gute Chance, dort allein zu sein. Gegen Mittag kommen jedoch viele Menschen, und alle möchten in der Lagune baden.

Zum Abendessen, das mit dem katholischen Weihnachtsfest zusammenfiel, luden uns die Besitzer des Gästehauses ein, gemeinsam zu feiern. Interessant war, dass viele Produkte für den festlichen Tisch bereits einige Monate zuvor aus Mexiko mitgebracht worden waren — ein Hinweis auf die Lebensmittelknappheit in Kuba. Das Essen bestand aus typischen spanischen Gerichten, da einer der Gastgeber Katalane ist. Während des Essens erzählte er uns die lange Geschichte des Hauses und seines Umzugs nach Kuba. Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von den Gastgebern, machten letzte Fotos und fuhren nach Cienfuegos.

Cienfuegos

Hauptartikel: Cienfuegos

Cienfuegos ist eine Stadt an der Südküste Kubas und wird als „Perle des Südens“ bezeichnet. Sie wurde 1819 von französischen Kolonisten gegründet und ist für ihre harmonische neoklassizistische Architektur sowie ihre Lage am Karibischen Meer bekannt. Der zentrale José-Martí-Platz, umgeben von Gebäuden wie dem Tomás-Terry-Theater und der Kathedrale, bildet das Herz der Stadt.

Wir kamen nur für zwei Nächte hierher, und ich denke, das reicht aus, um durch die Stadt zu spazieren und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen. Ehrlich gesagt genügt für diese Provinzstadt wahrscheinlich auch ein voller Tag.

Cienfuegos mag wie eine unscheinbare Provinzstadt wirken, doch in der Umgebung gibt es einige Naturattraktionen, die einen Besuch wert sind:

  • Park Laguna Guanaroca ist ein malerischer See nur 15 bis 20 Minuten von der Stadt entfernt. Dort kann man eine Bootsfahrt unternehmen und Flamingos beobachten; die umliegenden Mangrovenwälder bilden ein besonderes Ökosystem.
  • Wasserfälle El Nicho sind eine Kaskade malerischer Wasserfälle etwa eine Autostunde von Cienfuegos entfernt. Sie liegen nicht weit von der Straße entfernt, sodass die Anfahrt auch für nicht besonders vorbereitete Reisende gut machbar ist. Vor Ort gibt es Aussichtspunkte mit schönen Blicken auf die Berge der Escambray.

Viñales

Hauptartikel: Viñales

Viñales ist ein malerisches Tal im Westen Kubas in der Provinz Pinar del Río. Es ist bekannt für seine charakteristischen Karsthügel, die Mogotes genannt werden, grüne Tabakfelder und eine ländliche Atmosphäre. Das Tal gehört wegen seiner Naturschönheit und der traditionellen Methoden des Tabakanbaus zum UNESCO-Welterbe. Viñales zieht Reisende an, die Höhlen erkunden, reiten und die lokale Kultur erleben möchten. Es ist ein idealer Ort für Naturliebhaber und für eine ruhige Pause fern vom Lärm der Städte.

Havanna

Hauptartikel: Havanna

Havanna ist die Hauptstadt und größte Stadt Kubas. Sie wurde 1519 gegründet und verbindet reiche Geschichte, koloniale Architektur und Spuren des modernen Lebens. Alt-Havanna, das zum UNESCO-Welterbe gehört, ist berühmt für seine engen Straßen, Plätze und Sehenswürdigkeiten wie das Kapitol und die Kathedrale.

Havanna ist bekannt für die Uferpromenade Malecón, stimmungsvolle Musikclubs und Oldtimer. Es ist eine Stadt, in der Vergangenheit und Gegenwart eng miteinander verwoben sind.

Trotz ihrer Schönheit und kulturellen Bedeutung hat Havanna auch Nachteile, die für Touristen spürbar sein können. Eines der Hauptprobleme ist die große Zahl von Bettlern, besonders in touristischen Gegenden. Menschen bitten häufig um Geld oder bieten aufdringlich verschiedene Waren und Dienstleistungen an, was unangenehm sein kann.

Eine weitere unangenehme Seite der Stadt sind Schmutz und Müll auf den Straßen. Zwar werden zentrale Bereiche relativ sauber gehalten, doch in anderen Teilen kann die Situation schlechter sein, was den Gesamteindruck manchmal trübt. Viele Gebäude in Havanna sind wegen fehlender Mittel für Restaurierungen in schlechtem Zustand. Das verleiht der Stadt zwar einen besonderen Charakter, kann aber auch traurig stimmen. Stromausfälle, besonders in Wohngebieten, sind ein weiteres Problem.

Außerdem fällt der starke Kontrast zwischen wohlhabenden touristischen Zonen und der Armut vieler Einheimischer auf, was bei Reisenden gemischte Gefühle auslösen kann. Dennoch bleibt Havanna trotz all dieser Nachteile eine Stadt mit einzigartigem Charme, besonderer Atmosphäre und historischem Erbe, die weiterhin Tausende Menschen aus aller Welt anzieht.

Varadero

Hauptartikel: Varadero

Sonnenuntergang an einem der Strände in Varadero, Kuba

Varadero ist ein berühmter Ferienort an der Nordküste Kubas, bekannt für weiße Sandstrände, klares türkisfarbenes Wasser und eine gut entwickelte touristische Infrastruktur. Er liegt auf der schmalen Halbinsel Hicacos.

Wenn ich einen Badeurlaub in Varadero mit einem ähnlichen Aufenthalt in Cayo Coco vergleiche, würde ich für einen ruhigeren, naturnäheren Urlaub eher Cayo Coco wählen. Dort gibt es mehr Weite, weniger Gefühl dichter Bebauung und bessere Möglichkeiten für lange Spaziergänge entlang kilometerlanger Strände, bei denen Natur und Ruhe stärker spürbar sind.

Varadero wirkt dagegen wie ein langer Ferienkorridor, der fast durchgehend mit Hotels bebaut ist. Das ist praktisch für alle, denen Infrastruktur, Restaurants, Transfers und das vertraute Format „alles in der Nähe“ wichtig sind. Wer jedoch in eine natürlichere Umgebung gelangen, weniger erschlossene Küstenabschnitte sehen oder einfach weiter aus der Hotelzone herauskommen möchte, muss meist zusätzlich Transport organisieren und die Route im Voraus planen.

Fazit

Die Reise durch Kuba war sehr vielfältig in ihren Eindrücken. Sie umfasste die Ferienstrände von Cayo Coco und Varadero, die kolonialen Straßen von Trinidad, das provinzielle Cienfuegos, Naturwege zu Wasserfällen, Spaziergänge durch Havanna und direkte Begegnungen mit der Alltagsrealität des Landes: Stromausfälle, Lebensmittelknappheit und der sichtbare Kontrast zwischen touristischen Zonen und dem normalen Leben der Einheimischen.

Der wichtigste Eindruck von Kuba ist die Verbindung aus leuchtender Natur, starker kultureller Atmosphäre und kompliziertem Alltag. Man kann hier schöne Strände, alte Städte, Bergwege, Oldtimer und Live-Musik erleben, sollte aber gleichzeitig auf unvollkommene Infrastruktur, alltägliche Unannehmlichkeiten und die Notwendigkeit vorbereitet sein, vieles selbst zu organisieren.

Wenn das Ziel der Reise nur ein komfortabler Badeurlaub ist, kann die Route verkürzt und auf einen Ferienort beschränkt werden. Wer das Land jedoch besser verstehen möchte, sollte mehrere Orte kombinieren: Havanna, Trinidad, Cienfuegos, Naturparks und eine der Strandregionen. In diesem Format zeigt sich Kuba nicht als gewöhnliches Urlaubsziel, sondern als intensive Reise voller Kontraste, Überraschungen und lebendiger Erinnerungen.